25. Januar 2021 · Innovation · Lean Startup · Innovation Accounting

    Innovation Accounting — Buchhaltung für das, was noch nicht da ist

    Wie misst man den Wert von Experimenten, deren Ergebnis offen ist? Innovation Accounting macht das, was klassische Finanzlogik nicht kann.

    Klassische Buchhaltung misst Vergangenheit. Sie kann sagen, was ein Geschäft verdient hat. Sie kann nicht sagen, was ein Experiment gelernt hat. Genau das ist das Problem mit Innovation in großen Organisationen: sie wird mit dem falschen Maßstab gemessen und stirbt im Quartalsbericht.

    Innovation Accounting (Eric Ries) gibt diesem Problem eine Antwort: ein eigenes Bewertungssystem für Projekte, die noch keinen Umsatz machen können — aber messbar Lernen produzieren.

    Drei Stufen

    • Stufe 1: Was sind die Kernannahmen, von denen das Geschäft abhängt? Sie werden explizit gemacht und priorisiert.
    • Stufe 2: Jede Annahme bekommt einen Test, ein Budget, eine Deadline. Das Ergebnis verändert das geschätzte Geschäftspotenzial — nach oben oder nach unten.
    • Stufe 3: Der Erwartungswert des Geschäfts wird laufend neu berechnet. Investitionen folgen Lernkurven, nicht Bauchgefühl.

    Warum das schwer ist

    Weil es Macht umverteilt. Wer Innovation nach Lernen bewertet, kann nicht mehr per PowerPoint überzeugen. Die Zahlen liegen offen. Pivots werden sichtbar. Manager, die jahrelang Projekte über die Linie gehoben haben, verlieren ihren rhetorischen Vorteil. Genau deshalb funktioniert es — und genau deshalb wird es oft eingeführt und dann leise abgeschafft.

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