13. Januar 2021 · Innovation · Corporate Startup
Innovationstheater — und wie es anders geht
Innovation-Labs, Hackathons, Design-Thinking-Workshops. Viel Bewegung, wenig Wirkung. Was den Unterschied macht.
Es gibt einen bestimmten Typ Foto in jedem Geschäftsbericht: bunte Post-its an einer Glaswand, Menschen mit Hoodies, ein Mannequin mit VR-Brille. Das Bild signalisiert: wir sind innovativ. Was es nicht zeigt, ist das, was danach passiert. Meistens nichts.
Innovationstheater ist die Praxis, die Symbole von Innovation zu produzieren, ohne die Konsequenzen zu tragen. Es ist nicht zynisch — es entsteht in Organisationen, die wirklich etwas verändern wollen, aber nicht bereit sind, an die Hebel zu fassen, die das verhindern.
Die typischen Hebel, die unangetastet bleiben
- ●Budget-Logik. Innovation muss sich in Quartalen rechnen, sonst verschwindet sie aus dem nächsten Plan.
- ●Karriereanreize. Wer ein Experiment ehrlich scheitern lässt, verliert. Wer das Experiment in einen Erfolg umlügt, gewinnt.
- ●Entscheidungswege. Drei Lenkungskreise, zwei Steeringboards, eine PowerPoint — bis dahin ist der Markt weiter.
- ●Recruiting. Man will Gründertypen, stellt aber Sicherheits-Sucher ein.
Was stattdessen hilft
Innovation ist kein Workshop, sondern eine Buchhaltungsfrage. Wer kein eigenes Budget hat, das nach anderen Regeln vergeben wird, hat keine Innovation, sondern ein Hobby. Wer keine Karrierepfade hat, in denen Lernen statt Umsatz zählt, hat keine Innovation, sondern Lippenbekenntnisse.
Das ist unbequem. Es ist auch der einzige Weg, der über die Fotostrecke hinausgeht.
„Innovation theater is the deliverable when leadership wants the appearance of change without the cost of change."— Steve Blank