1. März 2021 · MVP · Lean Startup

    Wie ein gutes MVP entsteht

    Das Minimum Viable Product ist keine kleinere Version des Produkts. Es ist das kleinste Ding, das eine Annahme widerlegen kann.

    Die häufigste Verwechslung: MVP heißt nicht „weniger Features“. MVP heißt: die kleinste Form, in der eine zentrale Annahme prüfbar wird. Das kann ein Produkt sein, oft ist es keins.

    Drei Fragen vor dem Bauen

    • Welche Annahme killt das Geschäft, wenn sie falsch ist? Die testen wir zuerst.
    • Was ist das Verhalten, das die Annahme bestätigen würde? Klicks zählen nicht — Käufe, Anmeldungen, wiederholte Nutzung schon.
    • Was ist das kleinste Ding, das genau dieses Verhalten provozieren kann?

    Vier Formen, die kein Produkt sind

    • Concierge — ein Mensch macht von Hand, was später Software macht. Funktioniert, wenn der Wert klar messbar ist.
    • Wizard of Oz — der Kunde sieht ein Produkt, hinter den Kulissen arbeitet ein Mensch. Funktioniert für Erlebnistests.
    • Smoke Test — eine Landingpage, ein Preis, ein „Jetzt kaufen“. Funktioniert für Nachfragetests.
    • Letter of Intent — schriftliche Absichtserklärung. Funktioniert im B2B, wo Klicks selten sind.

    Wer ein MVP baut, sollte sich nicht in das Ding verlieben. Das MVP ist ein Werkzeug, das nach Gebrauch weggelegt wird. Es darf hässlich sein. Es darf peinlich sein. Es darf nicht skalierbar sein. Es muss nur eines: eine Entscheidung erzwingen.

    „If you are not embarrassed by the first version of your product, you've launched too late."— Reid Hoffman
    ← Alle Insights