1. Dezember 2020 · Lean Startup · Organisation · Build-Measure-Learn

    Organisationsentwicklung nach Lean Startup

    Was passiert, wenn man die Methoden von „The Lean Startup“ nicht auf Produkte, sondern auf die eigene Organisation anwendet.

    Die meisten Reorganisationen folgen demselben Muster: ein Beratungsprojekt, ein Zielbild, ein Big-Bang. Sechs Monate später ist das Org-Chart neu, die Arbeit ist dieselbe, und niemand traut sich, das auszusprechen.

    Wer Lean-Startup-Logik ernst nimmt, behandelt eine Organisation wie ein Geschäftsmodell: als Sammlung von Annahmen, die sich empirisch prüfen lassen. Reorganisation wird damit nicht zum Plan, sondern zu einer Serie von Experimenten.

    Was sich verändert

    • Statt eines Zielbilds gibt es eine Hypothese: „Wir glauben, dass dezentrale Entscheidung in Bereich X zu schnellerer Time-to-Market führt.“
    • Statt eines Rollouts gibt es ein Pilot-Team mit klarer Metrik und Zeitfenster.
    • Statt einer Bewertung nach Compliance gibt es eine Bewertung nach Lernen.
    • Statt einer Skalierung „über alle Bereiche“ gibt es eine Skalierung dort, wo das Experiment funktioniert hat.

    Wo das scheitert

    Es scheitert, wo das Lernen aus dem Pilot in die nächste Quartalspräsentation gepresst wird. Es scheitert, wo das Pilot-Team „besonders motiviert“ war und das Ergebnis deshalb nicht übertragbar ist. Und es scheitert immer dann, wenn der Vorstand das Wort Pivot hört und Krise versteht.

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